Eingewöhnung nach dem kinderzimmer Modell – so funktioniert der Start in den Kita-Alltag
17. Juli 2025
Circa 3 Minuten Lesezeit
Der Start in die Kita ist ein großer Schritt – für Kinder wie für Eltern. Damit dieser Übergang gelingt, braucht es Zeit, Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit zwischen Familie und pädagogischem Team. Unser eigens entwickeltes Eingewöhnungsmodell hilft beim sanften Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Es besteht aus vier Phasen, die individuell auf jedes Kind abgestimmt werden:
1
Hallo Kita!
2
Wie geht Kita?
3
Ich lerne Tschüss! zu sagen.
4
Ich kann Kita!
Phase 1: „Hallo Kita!“ – Ankommen und Kennenlernen
In den ersten Tagen bleiben Eltern gemeinsam mit ihrem Kind für etwa eine Stunde in der Kita. Ihr Kind soll die neue Umgebung in Ruhe entdecken können – mit Ihnen als sicherem Hafen an seiner Seite.
Wichtig dabei:
Ihr Kind darf jederzeit zu Ihnen zurückkommen.
Sie sind dabei präsent, aber zurückhaltend – Ihr Kind entscheidet, wann es sich von Ihnen löst.
Erste Kontakte zu Erzieher:innen und anderen Kindern werden vorsichtig angebahnt.
Phase 2: „Wie geht Kita?“ – Alltag erleben
Jetzt wird es spannend: Die erste kurze Trennung (5–10 Minuten) steht an. Diese wird vorher abgesprochen und sensibel begleitet. Wenn Ihr Kind sich trösten lässt, kann die Trennungszeit langsam verlängert werden.
Hilfreich dabei:
Sie verabschieden sich klar und liebevoll.
Sie bleiben in der Nähe – falls Ihr Kind weint und sich nicht beruhigen lässt, werden Sie zurückgeholt.
Vermeiden Sie Sätze wie: „Du musst keine Angst haben“ – das kann Unsicherheit verstärken. Und übrigens: Tränen sind normal – sie zeigen, wie eng die Bindung zu Ihnen ist.
Phase 3: „Ich lerne Tschüss zu sagen.“ – Erste Trennungen
Ihr Kind verbringt nun bis zu fünf Stunden in der Kita und nimmt immer mehr am Gruppenleben teil.
Wir beobachten nun:
Ihr Kind baut nun eine vertrauensvolle Beziehung zur Bezugsperson auf.
Essen, Wickeln oder Toilettengänge finden zunehmend ohne Ihre Begleitung statt.
In dieser Phase tauschen Sie sich weiterhin regelmäßig mit den Erzieher:innen über Beobachtungen und Bedürfnisse aus.
Außerdem gut zu wissen: Zuhause kann Ihr Kind in dieser Phase anhänglicher oder auch mal unausgeglichener sein – das ist ganz normal und Zeichen der Verarbeitung. Zeigen Sie Verständnis für Veränderungen im Verhalten – Ihr Kind lernt gerade sehr viel!
Phase 4: „Ich kann Kita!“ – Angekommen im neuen Alltag
Ihr Kind ist nun angekommen: Es kennt den Tagesablauf, fühlt sich wohl und zeigt, was es braucht. Trotzdem darf es immer wieder Phasen geben, in denen Abschiede schwerfallen – besonders bei Entwicklungsschüben oder Veränderungen.
Unsere Tipps:
Pflegen Sie ein Abschiedsritual (z. B. Kuscheltier, Foto oder Dufttuch mitgeben).
Akzeptieren Sie Trennungsschmerz – auch gut eingewöhnte Kinder dürfen Heimweh haben.
Sprechen Sie bei Fragen oder Sorgen mit dem pädagogischen Team – gemeinsam finden wir Lösungen. Jede unserer Kitas hat speziell geschulte Eingewöhnungsexpert:innen, die Ihnen neben den neuen Bezugspädagog:innen und Ihrer Kita-Leitung mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Und wenn es nicht klappt?
Manchmal braucht es mehr Zeit – und das ist völlig okay. Sollte sich Ihr Kind über einen längeren Zeitraum nicht lösen können, suchen wir gemeinsam das Gespräch. Ein Wechsel der Bezugsperson oder noch etwas mehr Zeit können helfen.
Unser Ziel: Ihr Kind soll sich bei uns sicher und geborgen fühlen – und Sie mit einem guten Gefühl loslassen können. Wir begleiten Sie und Ihr Kind mit Erfahrung, Geduld und Herz durch diesen wichtigen Start ins Kita-Leben.
Hier finden Sie unsere Eingewöhnungs-Broschüre zum Download und detaillierten Nachlesen.
Dann störbern Sie gerne einmal durch unser kiziPendium – das große kinderzimmer-Nachwuchs-Nachschlagewerk für alle Eltern und Pädagog:innen. Sortiert nach den sieben Bildungsbereichen finden Sie in den digitalen Bänden viel Hintergrundwissen zur frühkindlichen Entwicklung sowie praktische Tipps für den Alltag.
“Warum schmücken wir eigentlich Ostereier? Und warum haben die Kekse plötzlich alle eine Halbmond-Form?” - das sind Fragen aus unserem aktuellen Kita-Alltag. Die Antwort unserer Pädagog:innen? Weil bald zwei große Feste gefeiert werden: Ostern und das Zuckerfest und wir möchten, dass alle Kinder verstehen, was ihre Freunde und Freundinnen zu Hause erleben!
Wer bin ich und wenn ja, wie viele? So entwickeln Kita-Kinder ihre eigene Identität
Die Identitätsentwicklung im Kita-Alter (also etwa zwischen 3 und 6 Jahren) ist ein zentraler Bestandteil der frühkindlichen Entwicklung. In dieser Phase beginnen Kinder, sich selbst bewusst wahrzunehmen: Wer bin ich? Was mag ich? Was macht mich besonders? Wie sehen mich andere?
Diese Fragen stellt sich ein Kind aber nicht in Worten – es lebt sie. Durch Spiel, Sprache, Beziehungen, Emotionen und Alltagserfahrungen bildet es Stück für Stück ein inneres Bild von sich selbst. Und dieses Selbstbild entwickelt sich ständig weiter.
Sozialkompetenz erlernen: In der Kita werden Kinder fit fürs Leben
Kinder sind von Natur aus soziale Wesen – sie lernen durch Nachahmung, durch Interaktion mit anderen und durch gemeinsames Erleben. Doch soziale Fähigkeiten wie Teilen, Rücksicht nehmen, Konflikte lösen und gemeinsam Entscheidungen treffen müssen aktiv erlernt werden. Und dafür bietet die Kita die besten Bedingungen.
Denn: Die Kita ist ein einzigartiger Lernraum für soziale Kompetenz, in dem Kinder jeden Tag auf spielerische Weise wichtige Fähigkeiten für ihr weiteres Leben erwerben.