Kita-Platz im kinderzimmer anfragen – So läuft die Vergabe nach Ihrer Registrierung ab
Sie interessieren sich für einen Kita-Platz im kinderzimmer und möchten mehr über den Platzvergabe-Prozess erfahren? Hier lesen Sie genau, was Sie erwartet.

Wenn eine Kita plötzlich schließt, geraten viele Familien erst einmal in einen Ausnahmezustand. Neben organisatorischen Fragen stehen oft Sorgen und Unsicherheiten im Vordergrund: Wie wird mein Kind damit umgehen? Verliert es seine Freundschaften? Wird ihm der Wechsel schaden?
Die gute Nachricht: Ein Kita-Wechsel muss keine negative Erfahrung sein. Kinder können Veränderungen oft besser bewältigen, als Erwachsene zunächst denken – vorausgesetzt, sie werden liebevoll begleitet und ernst genommen. Häufig ist die Situation für Eltern emotional belastender als für die Kinder selbst. Wichtig ist deshalb, trotz aller Frustration Ruhe und Sicherheit auszustrahlen.
Auch wenn sich die Situation im ersten Moment unfair und belastend anfühlt, treffen Kitas eine Schließung nicht leichtfertig oder, um Familien zu schaden. Gleichzeitig kann ein Wechsel manchmal auch neue Chancen mit sich bringen – etwa eine Einrichtung mit einem anderen pädagogischen Konzept, einer passenderen Gruppengröße oder einem Umfeld, das noch besser zu den Bedürfnissen des Kindes passt.
Kita-Leitung Jessica Knop und pädagogische Fachberatung Olga Reis teilen in diesem Ratgeber Tipps, wie Sie Ihr Kind kindgerecht begleiten, den Abschied gestalten und den Übergang in die neue Kita erleichtern können.
„Kinder brauchen in solchen Situationen vor allem Ehrlichkeit und das Gefühl, dass ihre Traurigkeit ernst genommen wird“, erklärt Kita-Leitung Jessica. „Wichtig ist, nicht abzulenken oder Probleme kleinzureden, sondern Sicherheit zu vermitteln und gemeinsam durch die Veränderung zu gehen.“ Erklären Sie den Wechsel zunächst in einfachen und verständlichen Worten. Zum Beispiel:
„Das Gebäude der Kita ist schon sehr alt und dort kann man nicht mehr so gut spielen. Deshalb suchen wir jetzt eine neue tolle Kita für dich.“
Auch Vergleiche aus dem Alltag können helfen:
„Manchmal werden Blumen aus einem Beet in andere Beete gesetzt, damit sie dort weiter wachsen können. So wechseln auch die Kinder und die Erzieher:innen in neue Kitas.“
Besonders wichtig ist dann, die Gefühle Ihres Kindes anzusprechen. Sätze wie „Ich weiß, dass dich das traurig machen kann”, „Es ist okay, wenn du die alte Kita vermisst“ und „Wir helfen dir dabei und sind für dich da“ geben Halt. Erinnern Sie es auch daran: Alte Freundschaften können weiter bestehen, Freunde können besucht oder angerufen werden und Erinnerungen bleiben erhalten!
Wichtig ist außerdem, Raum für Fragen zu lassen. Kinder verarbeiten Veränderungen oft in mehreren Etappen. Deshalb kann es sein, dass das Thema immer wieder auftaucht – auch Wochen später.
Traurigkeit über den Verlust der vertrauten Kita ist völlig normal. Kinder zeigen ihre Gefühle dabei oft anders als Erwachsene: Manche ziehen sich zurück, andere reagieren wütend oder wirken scheinbar gleichgültig. Das Wichtigste ist: Gefühle ernst nehmen.
Vermeiden Sie Sätze wie: „Ach, das wird doch gar nicht schlimm.“ oder „Aber die neue Kita hat doch einen tollen Spielbereich!“
Solche Aussagen sollen trösten, können aber das Gefühl vermitteln, dass die Sorgen des Kindes nicht wichtig sind. Hilfreicher ist: zuzuhören, Gefühle gemeinsam zu benennen, Trost anzubieten und gemeinsam Lösungen zu finden. Zum Beispiel:
„Du vermisst deine Freunde gerade sehr. Wir können sie anrufen oder uns auf dem Spielplatz treffen.“
Erinnerungen bewusst bewahren
Rituale und Erinnerungen helfen Kindern dabei, Abschied und Veränderung zu verarbeiten. Zuhause können Sie gemeinsam den Portfolio-Ordner anschauen und von schönen Momenten und Geschichten aus der Kita-Zeit erzählen.
Freundschaften erhalten
Kinder vermissen meist weniger die Räume als die anderen Kinder. Wenn möglich, versuchen Sie daher, Kontakte aufrechtzuerhalten: Regelmäßige Treffen auf dem Spielplatz oder Spielverabredungen mit ehemaligen Kita-Freund:innen sind ein großer Trost.
Auch wenn die Schließung plötzlich kommt, sollte der Abschied bewusst gestaltet werden. „Wenn Kinder aktiv mithelfen dürfen, den Abschied zu gestalten und Dinge einzupacken, wird die Veränderung für sie greifbarer und verständlicher“, erklärt Jessica. Mögliche Ideen sind daher:
Ein kleines gemeinsam organisiertes Abschiedsfest oder Picknick
Die Gestaltung eines Fotoalbums mit Erzieher:innen und Freunden
Ein Abschiedsbrief oder gemaltes Bild für die Gruppe
Veränderungen sichtbar machen
Kinder verstehen Veränderungen oft besser, wenn sie sie konkret erleben können. Deshalb kann es helfen, den Gruppenraum symbolisch „leerzuräumen“ und gemeinsam einen Umzugskarton zu packen. Auch die Garderobensachen können Sie in der alten Kita bewusst gemeinsam ein- und der neuen Kita wieder auspacken. So wird für Kinder greifbar: „Wir kommen hier hin nicht mehr zurück.
Ein Kita-Wechsel bedeutet einen großen Neustart – besonders dann, wenn er nicht freiwillig erfolgt. Deshalb brauchen Kinder in dieser Phase oft mehr Zeit und Unterstützung als erwartet.
Die neue Kita frühzeitig kennenlernen
Sprechen Sie schon vor dem Start über die neue Einrichtung und besuchen Sie sie möglichst gemeinsam – zum Beispiel bei Besichtigungsterminen, Spielnachmittagen, Sommerfesten oder Elterncafés. So kann Ihr Kind erste positive Eindrücke sammeln und die neue Umgebung Schritt für Schritt kennenlernen.
„Eine wichtige Aufgabe der Eltern ist es, Brücken zwischen der alten und der neuen Kita zu bauen“, erklärt Olga Reis. „Wenn ein Kind zum Beispiel gerne mit bestimmten Spielsachen gespielt hat oder enge Freundschaften hatte, können Eltern zeigen: Manche Dinge wird es auch in der neuen Kita wiederfinden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Traurigkeit über den Abschied zuzulassen und dennoch Zuversicht zu vermitteln, dass die neue Kita viele spannende Abenteuer bereithält. Diesen gesunden Ausgleich zu schaffen, ist die Aufgabe der Erwachsenen, die das Kind auf diesem Weg begleiten.“
Vertraute Dinge mitgeben
Ein Kuscheltier, eine Trinkflasche oder ein kleines Erinnerungsstück geben Sicherheit in der neuen Umgebung.
Die Eingewöhnung nicht unterschätzen
Auch wenn Ihr Kind bereits lange eine Kita besucht hat und „eigentlich alles kennt“, braucht es erfahrungsgemäß oft eine vollständige neue Eingewöhnung. „Ein Kita-Wechsel bedeutet für Kinder und Eltern in vielen Fällen auch: raus aus der Komfortzone“, sagt Olga Reis. „Plötzlich gibt es neue Wege, andere Zeiten, neue Menschen und veränderte Abläufe im Alltag. Oft merkt man erst im Laufe der ersten Wochen, wie viel Kraft diese Veränderungen kosten. Das gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder. Wichtig ist deshalb, diese Gefühle ernst zu nehmen und gleichzeitig gelassen darauf zu vertrauen, dass mit der Zeit neue Routinen entstehen, die wieder Sicherheit und Geborgenheit geben.“
Viele Eltern stehen beruflich unter Druck und können sich nur schwer freinehmen. Dennoch lohnt es sich, die Eingewöhnung nicht zu überstürzen. Ein sanfter Start hilft Kindern langfristig deutlich mehr.
Ein unfreiwilliger Kita-Wechsel ist für Kinder und Eltern ein großer Einschnitt. Mit Verständnis, Geduld und liebevoller Begleitung können Familien jedoch viel dazu beitragen, dass Kinder diesen Übergang gut bewältigen. Entscheidend ist:
Für Elternvertreter:innen kann es hilfreich sein, frühzeitig das Gespräch mit umliegenden Kitas zu suchen und nachzufragen, ob ein Wechsel möglicherweise auch gemeinsam im Gruppenverbund möglich ist. Viele Einrichtungen zeigen sich in solchen Situationen flexibel und bemühen sich, bestehende Freundschaften und vertraute Gruppen zumindest teilweise zu erhalten.
Denkbar wäre außerdem die Organisation eines rollierenden Spieltreff mit alten Freunden, die in anderen Kitas untergekommen sind. Oft lohnt sich auch hier der offene Austausch mit den neuen Kitas, um gemeinsame Lösungen zu finden.
Darüber hinaus sind der Kita-Finder sowie das zuständige Jugendamt wichtige Anlaufstellen bei der Suche nach Unterstützung und einem neuen Betreuungsplatz. Außerdem gut zu wissen: Kita-Einstieg unterstützt bei Elternabenden auch mit kostenfreien Dolmetschern!

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