Ein Kita-Wechsel bedeutet einen großen Neustart – besonders dann, wenn er nicht freiwillig erfolgt. Deshalb brauchen Kinder in dieser Phase oft mehr Zeit und Unterstützung als erwartet.
Die neue Kita frühzeitig kennenlernen
Sprechen Sie schon vor dem Start über die neue Einrichtung und besuchen Sie sie möglichst gemeinsam – zum Beispiel bei Besichtigungsterminen, Spielnachmittagen, Sommerfesten oder Elterncafés. So kann Ihr Kind erste positive Eindrücke sammeln und die neue Umgebung Schritt für Schritt kennenlernen.
„Eine wichtige Aufgabe der Eltern ist es, Brücken zwischen der alten und der neuen Kita zu bauen“, erklärt Olga Reis. „Wenn ein Kind zum Beispiel gerne mit bestimmten Spielsachen gespielt hat oder enge Freundschaften hatte, können Eltern zeigen: Manche Dinge wird es auch in der neuen Kita wiederfinden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Traurigkeit über den Abschied zuzulassen und dennoch Zuversicht zu vermitteln, dass die neue Kita viele spannende Abenteuer bereithält. Diesen gesunden Ausgleich zu schaffen, ist die Aufgabe der Erwachsenen, die das Kind auf diesem Weg begleiten.“
Vertraute Dinge mitgeben
Ein Kuscheltier, eine Trinkflasche oder ein kleines Erinnerungsstück geben Sicherheit in der neuen Umgebung.
Die Eingewöhnung nicht unterschätzen
Auch wenn Ihr Kind bereits lange eine Kita besucht hat und „eigentlich alles kennt“, braucht es erfahrungsgemäß oft eine vollständige neue Eingewöhnung. „Ein Kita-Wechsel bedeutet für Kinder und Eltern in vielen Fällen auch: raus aus der Komfortzone“, sagt Olga Reis. „Plötzlich gibt es neue Wege, andere Zeiten, neue Menschen und veränderte Abläufe im Alltag. Oft merkt man erst im Laufe der ersten Wochen, wie viel Kraft diese Veränderungen kosten. Das gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder. Wichtig ist deshalb, diese Gefühle ernst zu nehmen und gleichzeitig gelassen darauf zu vertrauen, dass mit der Zeit neue Routinen entstehen, die wieder Sicherheit und Geborgenheit geben.“
Viele Eltern stehen beruflich unter Druck und können sich nur schwer freinehmen. Dennoch lohnt es sich, die Eingewöhnung nicht zu überstürzen. Ein sanfter Start hilft Kindern langfristig deutlich mehr.