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Kinder und digitale Medien: Medienkompetenz heißt mehr als Daddeln.

  • Circa 4 Minuten Lesezeit

Erwachsene, die Anfang der 90er-Jahre geboren wurden, haben den Siegeszug des Internets, die Erfindung des Smartphones und die Etablierung digitaler Medien bewusst miterlebt. Unsere Kompetenz im Umgang mit neuen Geräten, Apps und Online-Inhalten entwickelte sich genauso schrittweise wie deren Evolution. Für unsere Kinder ist das heute alles schon „da“. Und wie alles aus der Welt der Erwachsenen, wollen sie es auch benutzen. 

Aber wie führen Sie Ihr Kind am besten an digitale Medien heran? Und wie können Kinder einen guten und maßvollen Umgang damit lernen?

Medienkompetenz gewinnen

Das eigene Smartphone oder Tablet, lange Sitzungen am Computer: Die Mediennutzung von Schulkindern und Jugendlichen führt in Familien häufig und schnell zum Streit. Ein klassischer Konflikt, der schon die vorherigen Generationen beschäftigt hat, als es allein um das Fernsehen ging. Nicht umsonst heißt ein Kinofilm, der in den 70er-Jahren spielt, „Der Junge muss an die frische Luft“.

Dabei sollten wir digitale Medien nicht grundsätzlich verteufeln. Verantwortungsvoll und kreativ eingesetzt, können sie den Familienalltag sogar bereichern. Medienkompetenz ist dabei das zentrale Stichwort – und umfasst weit mehr, als nur ein Gerät bedienen zu können. Kinder erfassen die technische Funktionsweise meist intuitiv. Medienkompetenz bedeutet hingegen:

Kurz gesagt, geht es also darum, den Kindern zu vermitteln, dass nicht alles, was da auf den Bildschirmen flimmert, „wahr“ und „real“ ist, nur weil es dort steht. Sich nicht einfach „berieseln“ zu lassen und alles anzuschauen und auszuprobieren, was es so gibt, ohne es zu hinterfragen. Und zu lernen, dort auch auf sich aufzupassen.

Eine wichtige Zukunftskompetenz

Eines steht fest: In einer digitalisierten Welt können Kinder den digitalen Medien und Geräten nicht dauerhaft ausweichen. Und spätestens in der Schule werden sie ihnen begegnen. Denn dort sind sie fester Bestandteil in den Stundenplänen. Wie Medien funktionieren, lernen Kinder eben am besten mittels praktischer Erfahrungen und Projekte.

Sicher scheint ebenfalls zu sein: Wer keine Medienkompetenz entwickelt, läuft Gefahr, einen Kontrollverlust im Umgang mit den Medien zu erleiden. Zudem schmälert ein Kompetenzmangel in digitalen Medien die zukünftigen Jobchancen.

Medienkompetenz beginnt bei Beziehung – nicht bei Technik

Damit Kinder Medien kompetent nutzen lernen, brauchen sie Erwachsene, die sie begleiten. Eltern sollten in der Nähe bleiben, wenn Kinder digitale Angebote ausprobieren. Ihre Aufgabe ist es, Fragen zu beantworten, Hilfe zu bieten und einzuordnen. Und natürlich auch einzugreifen, wenn das, was da auf dem Bildschirm erscheint, nicht für Kinder geeignet ist. Zeigen Sie deshalb offenes Interesse („Was gefällt dir besonders an diesem Spiel?“) und stellen Sie Fragen statt vorschnell zu bewerten (“Wem folgst du – und warum?”).

Hilfreich: Kritisches Nachfragen statt Verbote

Statt den Zugang zu regulieren, können Sie als Eltern Ihrem Kind helfen, Fragen an Inhalte zu stellen:

„Warum zeigt jemand dieses Video?“

„Was könnte an dieser Darstellung übertrieben sein?“

„Welche andere Sicht gibt es noch auf dieses Thema?“

Kinder lernen dadurch: Online-Inhalte sind nicht automatisch wahr. Sie dürfen – und sollen – kritisch geprüft werden.

Kindern zu Gestalter:innen machen, nicht nur zu Konsument:innen

Digitale Medien müssen nicht nur passiv genutzt werden. Richtig eingesetzt können sie sogar Kreativität und Selbstwirksamkeit fördern. So können Sie beispielsweise gemeinsam kleine Videos oder Hörspiele aufnehmen, Fotoprojekte zu Alltagsthemen umsetzen und Collagen erstellen oder  Musik-Apps nutzen, um einfache Melodien zu erstellen

Wertevermittlung und Cybermobbing-Prävention im digitalen Raum

Der Ton im Netz kann rau sein – das erleben viele Erwachsene und besonders Personen des öffentlichen Lebens täglich. Deshalb sollten Kinder früh verstehen, welche Risiken mit Online-Präsenz verbunden sind und wissen, 

Sprechen Sie offen über Respekt, Empathie und Umgang mit Konflikten im digitalen Raum. „Wie schütze ich mich und andere vor Bloßstellung?“ ist dabei eine zentrale Fragestellung. In diesem Zusammenhang spielt auch das Thema Datenschutz eine wichtige Rolle: Kinder sollten früh sensibilisiert werden, keine persönlichen Informationen (Adresse, Schule etc.) preiszugeben und keine Fotos von sich oder anderen ohne Erlaubnis zu teilen.

Fazit:  Besser begleiten, motivieren und schützen, als die digitale Welt zu verbieten

Mit Vertrauen, klaren Regeln und viel gemeinsamer Zeit lernen Kinder, Medien sicher, kritisch und kreativ zu nutzen – und sind damit gut gerüstet für die digitale Zukunft.

Digitale Medien dürfen Teil des Familienalltags sein, sollten ihn aber nicht dominieren. Rituale und Zeiten ohne Bildschirm bleiben wichtig. Wenn Entscheidungen gemeinsam reflektiert und Regeln verständlich erklärt werden, entsteht Orientierung, die Kinder dauerhaft trägt – auch wenn sie älter werden.

Für weitere Informationen und Tipps empfehlen wir nach wie vor gern die Seite „Schau hin“ , eine gemeinsame Initiative von ARD, ZDF, dem Familienministerium und der AOK. Dort gibt es jede Menge zusätzliche Informationen und Tipps zum Thema Mediennutzung von Kindern.

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