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Partizipation: Kinder als aktive Gestalter ihres Alltags

  • Circa 4 Minuten Lesezeit

Partizipation bedeutet, dass Kinder die Möglichkeit erhalten, an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, aktiv mitzuwirken, ihre Meinungen zu äußern und Einfluss zu nehmen. In der Kita geht es darum, Kinder nicht nur als Empfänger pädagogischer Angebote zu sehen, sondern als kompetente Individuen mit eigenen Rechten, Bedürfnissen und Perspektiven. Partizipation ist ein grundlegendes Element einer demokratischen Erziehung und fördert die Selbstständigkeit, das Verantwortungsbewusstsein und die soziale Kompetenz der Kinder.

Grundlagen und Bedeutung von Partizipation

Der Gedanke der Partizipation ist tief in den Kinderrechten verankert, insbesondere in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention, der besagt, dass Kinder das Recht haben, in allen sie betreffenden Angelegenheiten gehört zu werden. Im pädagogischen Kontext bedeutet Partizipation, dass Kinder in Prozesse einbezogen werden, die ihren Alltag in der Kita betreffen – sei es die Gestaltung der Räume, die Auswahl der Spielmaterialien, die Planung von Projekten oder die Lösung von Konflikten. Es geht nicht darum, den Kindern die gesamte Verantwortung zu übertragen, sondern ihnen altersgerechte Möglichkeiten zur Mitbestimmung und Mitgestaltung zu geben.

Die Bedeutung von Partizipation ist vielfältig:

Formen und Ebenen der Partizipation im Kita-Alltag

Partizipation kann auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Formen stattfinden, angepasst an das Alter und die Entwicklung der Kinder. Roger Hart hat dazu eine „Leiter der Partizipation“ entwickelt, die verschiedene Grade der Beteiligung aufzeigt, vom Scheinhören bis zur vollständigen Selbstorganisation. In der Kita können beispielsweise folgende Formen der Partizipation umgesetzt werden:

Rolle der pädagogischen Fachkräfte

Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte ändert sich im partizipativen Ansatz von der reinen Anweisungsperson zur Begleiterin, Moderatorin und Unterstützerin. Sie schaffen den Rahmen für Partizipation, indem sie:

Herausforderungen und Chancen

Die Umsetzung von Partizipation im Kita-Alltag ist nicht immer einfach und birgt auch Herausforderungen. Es erfordert von den Fachkräften viel Geduld und die Bereitschaft, Kontrolle abzugeben. Zeitlicher Aufwand für Diskussionsprozesse, unterschiedliche Entwicklungsstände der Kinder und die Notwendigkeit, Kompromisse zu finden, können Hürden darstellen. Auch die Einbindung der Eltern ist wichtig, um deren Verständnis für den partizipativen Ansatz zu gewinnen.

Dennoch überwiegen die Chancen bei Weitem. Partizipation führt zu einer lebendigeren, demokratischeren und bedürfnisorientierteren Kita. Kinder fühlen sich wohler, sind motivierter und entwickeln eine stärkere Bindung zur Einrichtung. Sie lernen von klein auf, aktive und verantwortungsbewusste Mitglieder einer Gemeinschaft zu sein. Partizipation in der Kita ist somit eine Investition in die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und ein wichtiger Beitrag zu einer demokratischen Gesellschaft. Sie befähigt Kinder, nicht nur ihren Kita-Alltag, sondern auch ihr späteres Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

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