Krankenversicherung w√§hrend der Elternzeit ‚Äď geh auf Nummer ‚Äěsicher‚Äú!

Der richtige Kinderwagen, einen tollen Namen finden und dann auch noch die ganze Ausstattung f√ľrs erste Kinderzimmer! Bevor Du zum ersten Mal Mama oder Papa wirst, darfst Du ganz viele tolle und aufregende Dinge organisieren. Aber nicht alle Themen sind gleich spannend. Dazu z√§hlt auf jeden Fall die Krankenversicherung w√§hrend Deiner Elternzeit. Daf√ľr ist sie umso wichtiger. In diesem Artikel haben wir alles Wissenswerte zu Deiner Krankenversicherung in der Elternzeit zusammengefasst. So kannst Du mehr Zeit mit den sch√∂nen Dingen der Vorbereitungszeit verbringen und die volle Vorfreude genie√üen.

Die beste Nachricht schon mal vorab: Du musst Dir keine neue Versicherung suchen, denn Du bleibst auch w√§hrend Deiner Elternzeit wie bisher versichert. Wenn Du also bei einer privaten Krankenkasse krankenversichert bist, dann bleibst Du auch bei dieser privat krankenversichert. Das gleiche gilt f√ľr gesetzlich Krankenversicherte. Egal ob private oder gesetzliche Krankenversicherung, es gibt einiges worauf Du achten solltest. Es kann beispielsweise sein, dass Du einen anderen Versicherungsbeitrag entrichten musst. Deshalb empfehlen wir Dir auf jeden Fall, bei Deiner Versicherung anzurufen, sobald Du Deine Elternzeit angemeldet hast.

Krankenversicherung ‚Äď wer ist versichert w√§hrend der Elternzeit?

W√§hrend der Elternzeit bleibt das Krankenversicherungsverh√§ltnis¬†unver√§ndert bestehen. Gleiches gilt f√ľr den Zeitraum des Mutterschutzes, der sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt. Anspruch auf Elternzeit und damit Elterngeld haben sowohl Mamas als auch Papas. Wobei die Elternzeit bei Frauen erst nach dem Mutterschutz beginnt, d.h. fr√ľhestens nach acht Wochen. Die Frist verl√§ngert sich um vier Wochen bei Fr√ľhgeburten, Zwillingen und behinderten Kindern. Die Elternzeit endet sp√§testens einen Tag vor dem achten Geburtstag des Kindes. Die Elternzeit ist begrenzt auf 36 Monate.

 

Du zahlst w√§hrend der Elternzeit keine Krankenkassenbeitr√§ge. Es sei denn Du verzeichnest w√§hrend der Elternzeit Einnahmen, weil Du beispielsweise Teilzeit arbeitest oder Du bist freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert. Im Folgendem erf√§hrst Du mehr dar√ľber.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Die H√∂he des Elterngeldes richtet sich bei gesetzlich Krankenversicherten nach dem Einkommen des betreuenden Elternteils. Als Berechnungsgrundlage dient das Einkommen vor der Geburt des Kindes und der Fakt, ob nach der Geburt Einkommen wegf√§llt. Eltern mit h√∂heren Einkommen erhalten 65 Prozent, Eltern mit niedrigeren Einkommen k√∂nnen sich √ľber bis zu 100 Prozent des Voreinkommens freuen. Privat versicherte erhalten meistens mehr Elterngeld als gesetzlich Versicherte.

 

Der Anspruch auf Elterngeld ist auf 12 Monate begrenzt. Bei Alleinerziehenden sind es zwei Monate mehr, d.h. 14 Monate. Beanspruchen beide Elternteile die Elternzeit, so erhalten sie insgesamt 14 Monate Elterngeld.

Wer zahlt die Krankenversicherung?

Wer die Krankenversicherung zahlt, ist abhängig von dem Versicherungsverhältnis desjenigen, der die Elternzeit beansprucht. In den nächsten Kapiteln erfährst Du konkret, wer die Krankenversicherung zahlt und ob Beiträge in welcher Höhe anfallen.

Elternzeit mit einer gesetzlichen Krankenversicherung

Am entspanntesten hast Du es, wenn Du gesetzlich √ľber Deinen Arbeitgeber versichert bist. Dann entfallen f√ľr Dich n√§mlich w√§hrend Deiner Elternzeit ganz einfach die Beitr√§ge, obwohl Du weiterhin versichert bleibst. Sofern Du keine beitragspflichtigen Einnahmen w√§hrend der Elternzeit zu verbuchen hast, brauchst Du Dir also keinen Kopf um Deine Krankenversicherung zu machen. Praktisch: Elterngeld und Mutterschaftsgeld sind beitragsfrei.

 

Du hast nat√ľrlich auch w√§hrend Deiner Elternzeit die M√∂glichkeit, bis zu 32 Stunden pro Woche zu arbeiten. In diesem Fall h√§ttest Du beitragspflichtige Einnahmen. Allerdings bekommst du von Deinem Arbeitgeber auch hier, wie vor Deiner Elternzeit, den Arbeitgeberzuschuss und er f√ľhrt Deine Versicherungsbeitr√§ge direkt an die Krankenversicherung ab. Du musst also auch im Falle eines Zuverdienstes nicht weiter aktiv werden.

Elternzeit mit einer freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung

F√ľr Selbstst√§ndige und freiberuflich Arbeitende kann es sinnvoll sein, sich freiwillig in einer gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern, wenn sie nicht in eine private Krankenversicherung eintreten m√∂chten. Wenn Dein Partner oder Deine Partnerin in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist, besteht die M√∂glichkeit, dass Du w√§hrend Deiner Elternzeit beitragsfrei krankenversichert wirst oder in die Familienversicherung¬†wechseln kannst. Dies wird aber von Fall zu Fall einzeln gepr√ľft und individuell bewertet. Bitte beachte, dass Du dazu verheiratet sein oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft¬†leben musst.

 

Wenn Dein Partner oder Deine Partnerin privat krankenversichert ist, muss erst gepr√ľft werden, ob Du beitragsfrei versichert werden kannst. Es kann n√§mlich sein, dass die Eink√ľnfte des arbeitenden Elternteils zur Beitragsberechnung herangezogen werden.

 

Solltest Du unverheiratet oder alleinerziehend¬†sein, musst Du auch w√§hrend Deiner Elternzeit weiter in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen. Allerdings sollte sich Dein Beitrag w√§hrend dieser Zeit deutlich verringern. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Krankenkasse √ľber Dein aktuelles Einkommen (Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Zuverdienste, etc.) informierst. Dadurch kannst Du die Beitragssumme vielleicht sogar auf den Mindestbeitrag reduzieren.

 

So oder so ist es bei einer freiwillig gesetzlichen Versicherung während der Elternzeit auf jeden Fall ratsam, sich direkt mit der eigenen Versicherung in Verbindung zu setzen.

Elternzeit mit einer privaten Krankenversicherung (PKV)

Weniger entspannt ist das Thema Versicherung w√§hrend der Elternzeit f√ľr Eltern, die privat versichert sind (PKV). Ist das bei Dir der Fall, verlierst Du den Beitragszuschuss Deines Arbeitgebers. Sprich: Du musst die Versicherungspr√§mie f√ľr Deine private Krankenversicherung w√§hrend der Elternzeit selbst aufbringen. Diese kann sich dabei sogar verdoppeln.

 

Hast Du einen Partner oder eine Partnerin, der oder die ebenfalls privat krankenversichert ist? Dann kann der Anteil des Arbeitgebers erhöht werden, wenn dieser noch nicht den Höchstbetrag zahlt. Familien haben nämlich einen gesetzlichen Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss.

 

Allgemein ist anzunehmen, dass die finanzielle Belastung f√ľr privat versicherte Eltern in der Elternzeit zunimmt. Diese wird zumindest ein wenig abgefedert, indem Eltern mit privater Krankenversicherung ein etwas h√∂heres Elterngeld zugestanden wird, da bei der Berechnung des Netto-Einkommens, im Gegensatz zu gesetzlich versicherten Eltern, keine Pauschale von 9 % abgezogen wird.

Und wie versichere ich mein Kind?

Du hast Dir bestimmt auch schon die Frage gestellt, wie du nun eigentlich deinen kleinen Schatz versichern solltest. Oder sogar musst? F√ľr den Fall der F√§lle‚Ķ Die einfachste Antwort auf diese Frage erhalten Eltern, die gesetzlich pflichtversichert sind. F√ľr jene wird das Kind n√§mlich einfach in die Familienversicherung mit aufgenommen ‚Äď kostenlos. Dasselbe gilt f√ľr Dich, wenn Du freiwillig gesetzlich versichert bist.

 

Wenn Du Dein Kind privat versichern m√∂chtest, muss zumindest ein Elternteil selbst eine private Krankenversicherung vorweisen k√∂nnen. Sind beide Elternteile privat krankenversichert sind, ist es nicht m√∂glich, das Kind klassisch gesetzlich zu versichern. In dem Fall k√∂nnt Ihr Euer Kleines freiwillig gesetzlich versichern, wobei die Versicherungsbeitr√§ge dabei in manchen F√§llen sogar jene einer privaten Krankenversicherung √ľbersteigen.

 

Bei nicht verheirateten Eltern bekommt das Kind automatisch die gleiche Versicherung wie die Mutter. Bei verheirateten Eltern, von denen ein Teil privat versichert ist und brutto mehr als 5.362,50 ‚ā¨ im Monat oder 64.350 ‚ā¨ pro Jahr (Stand 2021) verdient, ist eine private Versicherung f√ľr das Kind sogar vorgeschrieben. Au√üer der gesetzlich versicherte Elternteil verdient mehr als der privat versicherte. Dann kann das Kind auch √ľber die Familienversicherung mitversichert werden.

Was ist eigentlich eine Familienversicherung? Wie hoch ist hier der Beitrag?

Wenn Du Dich schon etwas √ľber m√∂gliche Versicherungen f√ľr Dich und Dein Kind informiert hast, bist Du bestimmt auch schon √ľber die so genannte Familienversicherung gestolpert.

 

Von der Familienversicherung profitieren vor allem Eltern, die gesetzlich krankenversichert sind. Unter gewissen Voraussetzungen k√∂nnen diese n√§mlich Familienangeh√∂rige (wie zum Beispiel Kinder) ganz einfach beitragsfrei √ľber die eigene Versicherung mitversichern. Damit der oder die zu versichernde Angeh√∂rige eine Krankenkassenkarte bekommt und damit die gesetzlichen Leistungen in Anspruch nehmen kann, muss er oder sie lediglich bei der Krankenkasse angemeldet werden. Alleinerziehende Elternteile haben ebenso einen Anspruch auf Familienversicherung.

 

Familien mit einer privaten Krankenversicherung haben diesen Anspruch nicht. Bei ihnen m√ľssen alle Familienmitglieder eigenst√§ndig versichert werden. Demnach ist auch f√ľr jedes Kind der Beitrag extra zu entrichten.

 

Es gibt klare Voraussetzungen, die vom zu versichernden Familienmitglied erf√ľllt werden m√ľssen, um in eine Familienversicherung mit aufgenommen werden zu k√∂nnen:

 

‚Äď Wohnsitz in Deutschland

‚Äď Keine bestehende Versicherungspflicht (abh√§ngig vom Einkommen)

‚Äď Keine Befreiung der Versicherungspflicht

‚Äď Keine hauptberufliche selbstst√§ndige T√§tigkeit

 

Abschlie√üend m√∂chten wir Dir nochmals einen einfachen Anruf bei deiner Versicherung ans Herz legen. Mit einem kurzen Telefonat kann in den allermeisten F√§llen ganz einfach gekl√§rt werden, welche Form der Versicherung sich f√ľr Dich und Dein Kind am ehesten eignet. F√ľr alle, die sich richtig ins Thema einfuchsen wollen, hat die Bundeszentrale f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine ausf√ľhrliche Info-Brosch√ľre zusammengestellt.